Impressionen vom Sankt Franziskus - Therapiehof

von Philip Mundstock - Auszubildender zum Heilerziehungspfleger
Impressionen Sankt Franziskus Therapiehof
4. September 2018

Als ich das erste Mal den Feldweg zum Sankt Franziskus - Therapiehof mit dem Auto hochfuhr, erkannte ich das Haus und die Umgebung gleich wieder, da die Bilder, die mir die Website vorab präsentierte unverkennbar das Anwesen und seine Umgebung widerspiegelten: der Hof mit seinen rot-weiß gestrichenen Fensterläden, in ruhiger und idyllischer Lage, umsäumt von Wiesen und Wäldern. Ein Ort, wo so mancher Urlaub machen möchte. Neu für mich war jedoch das Gefühl, als ich zum ersten Mal diesen Ort auf mich wirken ließ.

Ich kam damals zum Vorstellungsgespräch mit dem Einrichtungsleiter, Herr Koschine und seiner Kollegin und, wie sich herausstellte, dem Psychologischen Fachdienst des Hauses, Frau Frey.

Empfangen wurde ich offen und herzlich, nicht nur von meinem zukünftigen Chef und allen anwesenden Kollegen, auch von den Jugendlichen, die das Wohnhaus ihr zu Hause nennen, und was mich ebenfalls sehr freute, von den Eseln und Katzen am Hof, die für die tiergestützte Therapieform dort leben.

Ich selbst bin 36 Jahre jung, habe eine neunjährige Tochter und lebe glücklich in einer Patchwork-Beziehung nahe Kaufbeuren. Im September habe ich meine Ausbildung zum staatlich anerkannten Heilerziehungspfleger bei der Fachschule für Heilerziehungspflege der Katholischen Jugendfürsorge in Kempten begonnen. Zeitgleich wurde der Sankt Franziskus - Therapiehof meine Praxisstelle und somit neuer Arbeitsplatz für die nächsten drei Jahre.

Den Entschluss, einen weiten Anfahrtsweg für meinen Praktikumsplatz in Kauf zu nehmen, traf ich für mich tatsächlich bereits vor dem eigentlichen Vorstellungsgespräch. Dabei wurden natürlich die umfangreichen Angebote, welche durch die St. Franziskus-Stiftung den Jugendlichen ermöglicht werden, erörtert. Die Philosophie der Einrichtung brachte mir Herr Koschine jedoch bei der Besichtigung des Anwesens näher, und die dient der Gemeinschaft und dem persönlichen Wachstum, dem gemeinschaftlichen Leben der Gruppe, in der jede und jeder Einzelne wichtig ist; der Zusammenarbeit im Team; den Meditationen und Gesprächsrunden für die Hof-Gemeinschaft, für die Frauen, für die Männer an diesem Ort, in denen jede und jeder Einzelne gehört werden darf.

Gestützt wird diese Philosophie mit klarer und professioneller Struktur für den Alltag der Jugendlichen und durch die Förderung der ganz persönlichen Stärken jeder und jedes Einzelnen Mitglieds dieser Gemeinschaft.

Nun ist ein Monat vergangen und ich bin nach wie vor berührt und begeistert von der Kraft an diesem Ort. Das Gefühl, welches sich mir am ersten Tag, im ersten Moment hier zeigte, bestimmt weiterhin meinen Arbeitsalltag am Sankt Franziskus - Therapiehof: Hier will ich arbeiten, hier will ich sein, persönliches Wachstum erfahren und mich einbringen dürfen. Danke.